Windows Server 2016 und CALs

Es ist sicher jedem bekannt, dass für den Zugriff auf Windows Server Systeme und für die Nutzung von Windows Server Diensten Windows Server CALs erforderlich sind. Aber was ist im Detail zu beachten. Ich habe im Folgenden einige typische Fragen zum Thema CALs aus diversen Supportanfragen zusammengetragen.

Welche Typen von Windows Server CALs gibt es?
Es gibt User und Device CALs für Windows Server. User und Device CALs dürfen im Netzwerk gemischt werden. Für Spezielle Einsatzszenarien werden zusätzliche CALs benötigt – z.B. RDS CALs bei Einsatz der Remote Desktop Services – die Windows Server CAL bildet immer die Basis:


Wichtig ist, dass jeder Zugriff auf Windows Server durch ein CAL abgedeckt sein muss. Es darf also nicht passieren, dass ein User ohne User CAL von einem Device ohne Device CAL auf einen Windows Server zugreift. Es ist keine doppelte Lizenzierung erforderlich – d.h. für das zuvor genannte Szenario ist es ausreichend wenn eine User CAL oder eine Device CAL vorhanden ist.

Wer benötigt genau eine CAL?
Bei der Anzahl der CALs geht es nicht um die Anzahl der Objekte im Active Directory, sondern um die realen zugreifenden Personen bzw. Devices. Wenn z.B. 20 Personen über einen gemeinsamen Account auf einen Windows Server zugreifen sind trotzdem 20 Windows Server CALs erforderlich.

Wenn ich mehrere Windows Server im Netzwerk betreibe muss ich dann für jeden Server CALs kaufen?
Nein! Die User CAL bzw. die Device CAL „hängt“ am jeweiligen Client-Objekt und berechtigt zum Zugriff auf alle Windows Server im Netzwerk welche keine neuere Version ausführen als die lizenzierte CAL Version.

Benötigt mein Multifunktionsgerät eine CAL?
In allen mir bekannten Fällen ja! Das Multifunktionsgerät bekommt evtl. eine IP Adresse von einem Windows Server basierenden DHCP Server, oder es wird auf einen Share auf einem Windows Server gescannt oder es erfolgt der Versand einer Mail über einen Mailserver welcher auf einem Windows Server läuft oder es erfolgt evtl. sogar die Authentifizierung über das Active Directory oder die Druckerwarteschlange liegt auf einem Windows Server usw. – aufgrund der genannten Beispiele ist in Windows Server basierenden Netzwerken auch für ein Multifunktionsgerät eine Windows Server CAL erforderlich. Das gilt ebenso für viele weitere (leider oft vergessene Geräte) welche im Netzwerk vorhanden sind und Windows Server Dienste nutzen oder Windows Server Systeme zugreifen.

Sind Windows Server CALs versionsabhängig?
Ja! Sie dürfen mit der neueren CAL Version auf ältere Windows Server Versionen im Netzwerk zugreifen, allerdings berechtigt einen ältere CAL Version nicht zum Zugriff auf neuere Windows Server Systeme im Netzwerk. Zu diesem Punkt kommt oft die Rückmeldung „Dann muss ich ja jedes Mal die CALs neu kaufen, wenn ich eine neue Windows Server Version im Netzwerk einsetze!“ – wenn Sie dieser Punkt stört sollten Sie über eine Software Assurance für die CAL nachdenken – so dürfen Sie in der Laufzeit der Software Assurance (SA) ohne zusätzliche Kosten (außer denen für die SA natürlich) auf die jeweils neueste Windows Server Version im Netzwerk zugreifen. Und wie ja sicher bekannt ist bleiben die in der Laufzeit der SA erworbenen Nutzungsrechte auch nach Ablauf der SA bestehen. Die SA für die Windows Server 2016 Device CAL ist unter der Artikelnummer R18-00146 verfügbar und die SA für die Windows Server 2016 User CAL unter der Artikelnummer R18-00145.

Wie kann ich meinen CAL-Bedarf kostengünstig decken?
Nutzen Sie die OEM CALs für Windows Server 2016! Mit der OEM CAL für Windows Server 2016 dürfen Sie auf jeden Server im Netzwerk mit Windows Server 2016 und beliebigen Vorgängerversionen zugreifen – und zwar unabhängig vom Hersteller! D.h. Sie können OEM CALs von Hersteller A auch für den Zugriff auf Server vom Hersteller B nutzen. Auch zu den OEM CALs für Windows Server kann die Software Assurance hinzugebucht werden um die im vorherigen Absatz genannten Vorteile nutzen zu können.


Achten Sie aber immer auf den Kauf bei einem autorisierten OEM, autorisierten Distributor oder autorisierten Händler um sicher zu gehen, dass Sie auch eine gültige Lizenz erwerben!

Was mache ich wenn ich eine unbekannte Anzahl von externen Benutzern habe welche nicht zum Unternehmen gehören, aber auf meine Windows Server Systeme zugreifen möchten?
Für diesen Fall gibt es die so genannte External Connector Lizenz. Diese Lizenz erlaubt es einer beliebigen Anzahl von externen Benutzern, welche nicht zum Unternehmen gehören auf Windows Server Systeme oder deren Dienste im Unternehmensnetzwerk zuzugreifen. Die External Connector Lizenz darf nicht genutzt werden um den Zugriff von Mitarbeitern oder Devices des Unternehmens auf die Windows Server im Unternehmensnetzwerk zu lizenzieren.

Gibt es spezielle Serversysteme für die keine CALs erforderlich sind?
Ja. Einige Beispiele: Windows Server 2012 R2 Foundation; Windows Server 2016 Essentials; Windows Storage Server 2016 Workgroup; Windows Storage Server 2016 Standard…. Bei diesen Systemen sollten Sie allerdings beachten, dass es für die einzelnen Systeme spezielle Vorgaben bezüglich des Einsatzes gibt – es handelt sich hier sowohl um technische als auch lizenzrechtliche Vorgaben.

Dieser Artikel bezieht sich auf Windows Server 2016 – die Aussagen sind allerdings auch auf Windows Server 2012 R2, Windows Server 2012, Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2008 anwendbar.


2017-08-17T11:57:32+00:0017. August 2017|Kategorien: Windows Server 2012 R2, Windows Server 2016|Tags: , , |

Über den Autor:

Ich bin freiberuflicher Trainer und IT-Berater. Als Microsoft Certified Trainer und Microsoft Senior PreSales Consultant liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit auf Client- und Serverbetriebssystemen aus dem Hause Microsoft. In dieser Eigenschaft arbeite ich für Microsoft selbst, aber auch für andere Unternehmen wie beispielsweise Fujitsu oder Lenovo sowie viele namhafte Microsoft Partnerunternehmen.