Wann werden RDS CALs benötigt?


Obwohl es kein neues Thema ist gibt es zu dem Thema der Remote Desktop Services (RDS) CALs immer wieder Unklarheiten. Folgende Punkte sind aus meiner Sicht wichtig um zu verstehen wann RDS CALs erforderlich sind:

Aktuelle Windows Server Betriebssysteme beinhaltet zwei administrative Remote Zugriffsrechte. Dafür muss keine komplexe RDS Infrastruktur aufgebaut werden – es ist ausreichend den Remote Zugriff im Server Manager zu aktivieren. Allerdings ist wichtig zu beachten, dass diese Remote Zugriffe wirklich nur zur Administration des Servers genutzt werden dürfen! Dabei geht es nicht um die Gruppenmitgliedschaft in der Gruppe der Administratoren, sondern um die Tätigkeit! Es ist nicht erlaubt diese für User-Sessions zu verwenden. Ich sehe es leider immer wieder in Supportanfragen, dass auf einem Windows Server Anwendungen installiert werden und zwei User per RDP auf diesem Server arbeiten – ohne RDS CALs. Das ist aus Sicht der Lizenzierung ein grober Fehler und so nicht zulässig! Sobald Anwender remote auf den Desktop des Windows Servers zugreifen sind RDS CALs erforderlich. Diese RDS CALs müssen am RDS Lizenzserver eingetragen werden – das bedeutet, Sie müssen einen Windows Server als RDS Lizenzserver konfigurieren und die RDS CALs dort registrieren. Auch der RDS Lizenzserver selbst muss aktiviert werden – dies muss spätestens 120 Tage nach der Installation erfolgen.

RDS CALs sind additiv zur Windows Server CAL. D.h. die Basis ist immer die Windows Server CAL und wenn auf einen Windows Server Desktop oder eine dort bereitgestellte Anwendung zugegriffen werden soll sind zusätzlich RDS CALs erforderlich (Siehe hierzu auch mein Artikel zu Windows Server CALs: http://www.manfredhelber.de/windows-server-2016-und-cals/). RDS CALs haben wie Windows Server CALs eine gewisse Versionsabhängigkeit, d.h. Sie dürfen mit der neueren RDS CAL auf ältere RDS Hosts zugreifen, aber nicht umgekehrt (siehe hierzu auch mein Artikel zum Thema RDS CAL Downgrade:
http://www.manfredhelber.de/windows-server-rds-cals-downgrade/).

Wie bei den Windows Server CALs gibt es auch bei den RDS CALs Device CALs und User CALs. Im Gegensatz zu den Windows Server CALs sollten Sie bei den RDS CALs allerdings nicht User und Device CALs mischen sondern sich für eine der beiden Varianten entscheiden. Lizenzrechtlich wäre es zwar erlaubt beide Typen zu mischen aber technisch ist das sehr schwer umsetzbar.

Sehr oft wird davon ausgegangen, dass keine RDS CALs benötigt würden wenn über eine Drittanbieterlösung auf den Desktop des Windows Servers oder darauf installierte Anwendungen zugegriffen wird. Das ist falsch! Es lohnt sich immer die Microsoft Lizenzbedingungen zu lesen! Dort steht, dass RDS CALs erforderlich sind, sobald auf einen Windows Server Desktop oder auf Anwendungen welche über einen Windows Server Desktop bereitgestellt werden zugegriffen wird. Es ist dabei unerheblich ob die Microsoft Remote Desktop Services oder eine andere Technologie genutzt wird.

Und wie wird Office korrekt für RDS Szenarien konfiguriert? Lesen Sie hierzu meinen ausführlichen Artikel: http://www.manfredhelber.de/lizenzierung-von-office-fuer-rds-szenarien/

Über den Autor:

Ich bin freiberuflicher Trainer und IT-Berater. Als Microsoft Certified Trainer und Microsoft Senior PreSales Consultant liegt der Schwerpunkt meiner Arbeit auf Client- und Serverbetriebssystemen aus dem Hause Microsoft. In dieser Eigenschaft arbeite ich für Microsoft selbst, aber auch für andere Unternehmen wie beispielsweise Fujitsu oder Lenovo sowie viele namhafte Microsoft Partnerunternehmen.